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Marcel Keller

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Die Schiedsrichter Legende hautnah – Urs Meier

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Marcel Keller: Herzlich willkommen in meinem Podcast Urs, ich freue mich gerade dich als Schiedsrichter Legende, Schiedsrichter Denkmal hier zu haben.

Urs Meier: Auch aus Spanien ein herzliches „Hola“, schön, dass ich dabei sein darf.

Marcel Keller: Urs, du bist am 22. Januar 1959 geboren und sogenannter Eidgenosse, sprich Schweizer. Wenn man dich googelt, erhält man sage und schreibe 3,5 Mio. Ergebnisse, das heißt, der eine oder andere kennt dich. 

Urs Meier: Ja, das wird so sein. Der eine im Positiven, der andere im Negativen, so wie es halt ist, wenn man einen Job als Schiedsrichter hat.

Marcel Keller: Ja, das bringen die Entscheidungen mit sich. Du bist Schiedsrichter, das heißt, du entscheidest auf dem Platz und du hattest vor rund 30 Jahren deine Premiere in der Schweizer Liga. Seit 1994 warst du dann Schiedsrichter für die FIFA und bist dadurch ein Entscheidungs-Profi. Das wird auch durch 883 Spiele, die du geleitet hast, bestätigt. Du wurdest als Schiedsrichter unter anderem vom rumänischen Hexen verflucht, von englischen Fans mit 16‘000 Mails bombardiert usw.

Urs Meier, der Schiedsrichter, Fernsehkommentator, Unternehmer, Autor und Speaker und immer eins geblieben: Mensch. Wir haben uns heute verabredet, um das Thema Sport mit dem Unternehmertum zu verbinden und würden wir das heutige Interview unter einem Titel laufen lassen, so würde dieser lauten „Mein Startup war der Profi-Fußball“. Wenn du zurückblickst, auf deine erfolgreiche Schiedsrichter-Karrieren in den Jahren 1991 bis 2004, welche Werte hast du damals gelernt und welche 3 Werte haben dich geprägt?

Urs Meier: Das sind sicherlich Ehrlichkeit, Fairness und sich selbst sein, echt bleiben. Dass man sich selbst bleibt und so die Freiheit hat, Entscheidungen zu treffen und nicht von irgendeinem Verband oder sonst irgendjemandem einzwängen lässt. 

Marcel Keller: Ja, du sagst es, die eigene Entscheidung treffen und frei sein. Wenn du rückblickend über deine erfolgreiche Schiedsrichter Karriere nachdenkst, was fehlt dir dann jetzt am meisten?

Urs Meier: Eigentlich nichts, denn ich bin ein Mensch, der sehr gut abschließen kann. Was zu ende ist, ist zu Ende und so habe ich es auch mit dem Schiedsrichter-Sein gehalten. Natürlich viel es nicht so einfach, ich habe während 3-4 Jahren darüber nachgedacht, wann der richtige Zeitpunkt ist. Doch dann war es 2004 soweit und der Schlusspfiff nach dem letzten Spiel war ein unglaubliches Gefühl. Zu spüren, wie der Druck wegfiel war unglaublich. Ich habe immer zu sage gepflegt, dass die Zeit der kurzen Hosen nun vorbei ist und ich nun lange Hosen trage und ich pfeife wirklich auch keine Spiele mehr. Das war ein guter Entscheid und ich bereue auch nichts. Ich bin vor 4-5 Jahren ein einziges Mal rückfällig geworden, als ich in meinem Lieblingsstadion „San Zero“ einen Match verfolgt habe und vor Beginn dachte „Jetzt dort unten zu stehen, das wäre doch toll“.

Marcel Keller: Noch einmal über den roten Teppich des Fußballs gehen.

Urs Meier: Ja, aber genau das ist das Problem. Viele denken immer wieder „noch einmal“ und das wiederholt sich dann endlos. Aber warum noch einmal, man hat es ja erlebt und gespürt und sollte dann auch irgendwann erledigt sein. Man muss auch abschließen können. Das ist das Problem vieler Sportler, dass sie immer noch eine Saison anhängen und denken, es geht doch noch einmal. Aber nein, irgendwann ist fertig. 

Marcel Keller: Dann hat Philip Lahm alles richtig gemacht mit seinem Abgang im Erfolg?

Urs Meier: Absolut. Von außen betrachtet hat er es richtig gemacht und wenn es für ihn innen, im Herzen auch stimmt, dann hat er wirklich alles absolut richtig gemacht. So muss es sein.

Marcel Keller: Ja, man kann erst im Nachgang spüren, wie sich das aktive Ende der eigenen Profi-Karriere anfühlt. Wenn ich mich mit Profi-Fußballern unterhalte, stelle ich gerne die Frage danach, welcher Trainer sie am meisten geprägt hat. Bei dir interessiert mich, welche Spiele dich am meisten geprägt haben. Ich habe im Intro von rumänischen Hexen und einer englischen Mail-Flut gesprochen. Was war da los?

Urs Meier: Das waren zwei unterschiedliche Situationen. Bei den Rumänen ging es um eine Qualifikation für die Europa-Meisterschaften 2004, bei einem Spiel in Dänemark. Hätten die Rumänen das Spiel gewonnen, wären sie für die Europa-Meisterschaft qualifiziert gewesen. Sie führten das Spiel mit 2:1 und waren klar die bessere Mannschaft. Sie waren eine tolle Mannschaft und hätten in der Nachspielzeit noch weitere 1-2 Tore schießen können. Sie haben jedoch auf Zeit gespielt und während der Nachspielzeit noch ausgewechselt. Ich habe dann diese Auswechselzeit zusätzlich nachspielen lassen, worauf die Dänen in der 94 Minute und 36 Sekunden das 2:2 erzielt haben. Dadurch waren die Dänen qualifiziert und die Rumänen fielen raus. Im Nachhinein war natürlich ich der Sündenbock und am nächsten Tag haben sich einerseits 5‘000 Menschen vor der Schweizer Botschaft in Bukarest versammelt und andererseits haben sich 7 rumänische Hexen zusammen getan und mich verwunschen. Keine Ahnung, was sie da gemacht haben, aber ich habe das Gefühl, dass seither mein Leben sehr gut verläuft.

Marcel Keller: Es war wohl ein guter Fluch.

Urs Meier: Ja, das war ein guter Fluch. Man muss damit grundsätzlich auch umgehen können und solche dinge nicht annehmen. Wenn man grundsätzlich ehrlich und offen ist, dann können einem all diese negativen Flüche und Dinge gar nichts anhaben.

Bei den Engländern war es etwas anderes. Da wurde ein Tor in der 90. Minute annulliert, welches das 2:1 für die Engländer gewesen wäre, womit sie im Halbfinal an der Europa-Meisterschaft gewesen wären. Das habe ich jedoch annulliert, was auch im Nachhinein ein richtiger Entscheid war. Die Engländer haben das jedoch etwas anders gesehen, obwohl sie danach auch das 11-Meter-Schiessen verloren haben. Ich dachte anfänglich, dass alles in bester Ordnung ist und alle zufrieden sind, doch über Nacht hat sich eine große Kampagne entwickelt, ich hatte schon am nächsten Morgen über 16‘000 Mails und war daraufhin 4 Tage lang u.a. auf der Titelseite der „Sun“, etwas was noch nicht einmal Beckham geschafft hat. Eigentlich hätte ich auch das Finale dieser Europa-Meisterschaft pfeifen sollen, doch das wurde aufgrund dieser Kampagne dann noch geändert. Doch im Nachhinein war das das Beste, was mir passieren konnte, denn ich hatte deswegen eine so große Popularität in Europa, dass ich anschließend von ZDF engagiert wurde, um die Weltmeisterschaft 2006 gemeinsam mit Jürgen Klopp zu moderieren. Ich bin auch heute noch beim ZDF und bin den englischen Medien unglaublich dankbar, dass sie mir den Weg ins deutsche Fernsehen geebnet haben, zu tollen Menschen, mit denen ich zusammenarbeite und auch zur Freundschaft mit Jürgen Klopp, Johannes B. Kerner und Oliver Kahn.

Marcel Keller: Da sieht man, dass auch ein negativer Hype etwas positives anrichten kann. Mich interessiert aber trotzdem, wie solche Erlebnisse einen prägen. Du hattest ja für eine bestimmte Zeit deswegen auch Polizeischutz, richtig?

Urs Meier: Ja, ich hatte in der Schweiz Polizeischutz und musste untertauchen. Eigentlich hätte ich 10 Tage lang untertauchen sollen, bin dann aber nach sieben Tagen wiederaufgetaucht. Sie haben mich damals mit Polizeischutz aus dem Flieger geholt, dann nach Baden gefahren, wo es einen Autowechsel gab. Von dort ging es dann in den Jura, wo ich keinen Kontakt zu meiner Familie, den Medien usw. haben durfte. Es war schon eine spezielle Zeit, die mich auch geprägt hat. Ich pflege jedoch zu sagen, dass einen solche Sachen auch stärker machen und das war auch so. Ich habe die UEFA dann auch gebeten, mich nochmals nach England zu schicken, wofür sie jedoch den Mut nicht hatten. Aber was soll’s.

Marcel Keller: Es ging letztendlich alles gut. Du hast Spieler-Prominenz angesprochen wie David Beckham. Welche Persönlichkeiten haben dich zu deiner Zeit als erfolgreicher Schiedsrichter am meisten begeistert? Wird man auch Fan von solchen Spielern?

Urs Meier: Natürlich! Wer mich über die gesamte Zeit begeistert hat war Zinedine Zidane. Der war eine Klasse für sich. Aber auch Ronaldo, nicht der heutige, sondern der Ronaldo aus Brasilien, war eine unglaubliche Granate, wenn er angetreten ist. Aber auch seine Bescheidenheit war sensationell. Auch ein Paolo Maldini, eigentlich ein Monsieur auf dem Spielfeld, oder auch Baresi, denn ich auch noch erleben durfte. Dann auch Tony Adams, der Spielführer von Arsenal, der ein unglaublich fairer Spieler war. Es hat so viele Spieler gegeben, die einen einfach begeistert haben und wenn man mit denen zu tun hat, ist es etwas tolles. 

Marcel Keller: Urs, jetzt kannst du es ja zugeben: Zu welchem Spieler bist du nach dem Spiel in die Kabine und hast dir dessen Trikot geholt?

Urs Meier: Zidane ist nach dem Eröffnungsspiel im Stade de France, 1998 im Januar gegen die Spanier, das ich leiten durfte, bei er das einzige Tor erzielt hat – ein wunderschönes Tor – eine viertel Stunde nach Spielende zu mir in die Garderobe gekommen und hat mir sein Trikot überreicht für eine tolle Leistung. Es war sein Original-Trikot und er hätte es auch nicht mit einem anderen Spieler getauscht und das sind einfach Momente, in denen man auf Augenhöhe ist. Ich habe nie in meinem Leben für einen Ball oder ein Trikot oder sonst irgendetwas gebettelt. Ich habe immer gesagt, wenn sie mir etwas geben wollen, dann sollen sie das tun, aber ich habe nie danach gefragt. Ich kenne jedoch Kollegen, die handhaben das anders. Die tun alles, damit sie ein Foto kriegen von ihrem Star usw. Aber das hab ich nie gebraucht, es war immer so, dass die Spieler zu mir kamen, als dass ich zu ihnen ging.

Marcel Keller: Man sieht, dass passive Aktivität letztlich auch zu Ruhm und Ehre führen kann und die Spieler die Leistung und Qualität, die man auf dem Spielfeld abliefert, einfach zu schätzen wissen. Es wird immer wieder von Persönlichkeiten und Vorbildern gesprochen. Was zeichnet einen guten Schiedsrichter aus, außer dass er von außen bewertet wird?

Urs Meier: Ein guter Schiedsrichter braucht ganz viele Eigenschaften. Es ist wie ein großes Puzzle, bei dem es verschiedene Elemente gibt. Da gibt es größere Teile und kleinere Teile. Große Teile sind z.B. Regelkenntnisse und Kondition, wobei diese noch nicht ausreichen, um ein vollständiges Bild abzugeben. Es reicht vielleicht, um in den unteren Ligen Spiele zu leiten, aber wenn man international oder national an der Spitze leiten will, dann braucht es zusätzlich noch viele kleine Teile. Das ist dann die Persönlichkeit, Menschen mögen, Durchsetzungsvermögen, Mut, echt und sich selbst sein, Fairplay usw. Aber vor allem auch Spielverständnis, als ein großer Teil, spüren, was weh tut, und zwar nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Wenn man all das hat und die Kulturen noch kennt und insgesamt mit Menschen gut umgehen kann, dann vervollständigt sich dieses Bild so langsam. Je mehr Teile man hat, ein desto besserer Schiedsrichter ist man schlussendlich. 

Marcel Keller: Ja, durch die Vollständigkeit, die es letztendlich rund macht. Um nun die Verbindung zum Unternehmertum zu machen: Hier ersetzt man oft den Begriff „Trainer“ durch den Begriff „Mentor“. Du selbst warst und bist Unternehmer, wo siehst du die Verbindung zwischen Unternehmertum und Leistungssport? Was haben die zwei Bereiche miteinander zu tun?

Urs Meier: Es hat sehr viel miteinander zu tun, denn grundsätzlich sind es Werte, die in beiden Bereichen vertreten werden müssen. Es hat zudem mit Ausdauer zu tun und mit Siegen und Niederlagen zu tun, mit denen es richtig umzugehen gilt. Da ist oft das Problem, dass man bei Siegen zu euphorisch ist und so die Warnglocken nicht mehr hört und deshalb Dinge entscheidet, die im Nachhinein vielleicht schlecht für ein Unternehmen sind. Das ist sicherlich das eine, in erfolgreichen Momenten nicht zu euphorisch zu werden und immer zu versuchen, auf dem Boden zu bleiben. Dasselbe gilt auch bei den Niederlagen. Es gilt Niederlagen als das zu nehmen was sie sind. Denn oft sind Niederlagen genau die Momente, die einen am weitesten nach vorne bringen, wenn man richtig mit ihnen umgeht. Eigentlich gilt es immer wieder auch danke zu sagen, dass man Niederlagen und Fehler erleben durfte. Auch mit ihnen gilt es richtig umzugehen und sie richtig einzuordnen, denn das bringt einen weiter. Das hat man im Spitzensport und genauso auch im Unternehmertum. 

Marcel Keller: Bist du aktuell unternehmerisch aktiv?

Urs Meier: Ich bin immer unternehmerisch aktiv. Ich habe viele Projekte die laufen, mache meine Vorträge und Coachings und bin weiterhin im Fernsehen tätig. Es sind viele Sachen, die schon laufen und immer wieder auch neue Projekte. Offen sein für neues ist auch ganz wichtig. Wir haben jetzt z.B. etwas sehr Spannendes, das wir in Qatar für die Weltmeisterschaft anbieten wollen, wobei ich noch nicht sage, um was es sich handelt. Aber es sind alles tolle Projekte, bei denen es mir Spaß bereiten, dabei zu sein.

Marcel Keller: Du sagst, du verrätst noch nichts – weil du von mir gefragt werden willst?

Urs Meier: Nein, ich kann dazu wirklich noch nichts sagen. Einerseits weil es eine Überraschung sein soll, andererseits weil ich die Mitbewerber auch nicht auf das Tablar heben will. 

Marcel Keller: Gut, wir lassen uns überraschen und sehen dann ja, um was es sich handelt. Wenn wir uns einmal die Begriffe Strategie, Ausblick und Weitblick anschauen. Gab es in deiner aktiven Zeit eine Strategie, mit der du dein Vermögen gezielt aufgebaut und auch gesichert hast, weil du wusstest, dass du irgendwann abpfeifst und es eine Zeit nach deinem «Schiedsrichtertum» gibt?

Urs Meier: Da bin ich wohl ein schlechtes Beispiel. Erstens habe ich mich scheiden lassen, wodurch man meistens wieder auf Feld 1 zurück geht und dann ich von meiner Art her niemand, der solche Sachen sehr strategisch angeht, sondern schlicht immer wieder ans Gute glaubt. Ich denke immer wieder, dass in meinem Leben immer, wenn ich Geld gebraucht habe, Geld da war. Ob das die richtige Strategie fürs Alter ist, kann ich nicht sagen. Meine jetzige Frau möchte da etwas mehr Sicherheit und deshalb muss ich jetzt schauen, dass da noch etwas mehr auf die eine Seite kommt. Aber ich selbst war nie wirklich strategisch, ich lebe einfach und plane nicht, für wenn ich 100 Jahre alt bin. Ich weiss ja gar nicht, ob ich 100 Jahre alt werde. Ich bin da wirklich kein gutes Beispiel.

Marcel Keller: Es geht nicht um gutes oder schlechtes Beispiel, sondern vielmehr darum, wie es für einen in die Realität passt. Ich berate Unternehmer, Manager und Führungskräfte und stelle einfach immer wieder fest, dass Immobilien für nahezu jeden immer wieder ein Thema sind. Schaut man dann noch auf die Zahlen und Statistiken, so lässt sich erkennen, dass alle grossen Vermögen durch gezielte Investitionen in Immobilien erwirtschaftet wurden. Hattest du mit dem Segment Immobilien Berührungspunkte oder bist du Immobilienbesitzer, in der Schweiz, in Deutschland oder vielleicht in Spanien? Ich sitze ja gerade in München und du in Marbella, richtig?

Urs Meier: Genau. Ich hatte zwei Immobilien in der Schweiz, die ich jedoch beide verkauft habe. Die eine an meine Ex-Frau und das andere war ein Geschäftsgebäude, das in Wohnungen umgenutzt wurde und ebenfalls verkauft wurde. Hier in Spanien habe ich ein schönes Stück Land gekauft, das ich zurzeit jedoch noch nicht bebauen kann, weil die Bauordnung wieder irgendwie geändert wurde. Aber es ist einer der besten Flecken, den es hier auf Marbella gibt und das wird mir irgendwann eine Menge Geld einbringen. Und wenn nicht mir, dann meinen Nachkommen. Das ist daher meine Sicherheit und so gesehen auch meine Strategie, in ein gutes Landstück oder auch in ein Gebäude zu investieren.

Marcel Keller: Für Gut-Verdiener kann es sinnvoll sein, steueroptimiert in Immobilien zu investieren. Ich bin im Bereich Denkmal Immobilien bzw. wie ich immer zu sagen pflege der Schmuckstücke am Markt tätig. Du hast dir nun ein Schmuckstück in Form von Land gekauft. Doch an die Schmuckstücke am Markt kommt nicht jeder, die gehen oft unter der Ladentheke, in Netzwerken, unter Family and Friends oder eben dem Deckmantel «man kennt sich». Wie kommst du an ein solches Schmuckstück ran, das noch nicht am freien
Markt beworben wird?

Urs Meier: Ja, das war auch bei mir so. Es geschah über einen Freund von mir, der Architekt ist und mir den Tipp gegeben hat. Das geschah zudem zu einer Zeit, während der in Spanien viele zurückhaltend waren und da habe ich einfach zugeschlagen und bin sehr froh, dass ich dieses Landstück habe. Ich habe zu einem guten Preis, an unverbaubarer Lage wirklich ein traumhaftes Stück Land kaufen können. 

Marcel Keller: Das klingt gut und wenn ein Freund einem die Tür aufmacht, dann nimmt man das auch gerne an und trifft relativ schnell eine Entscheidung.

Urs, «Du bist deine Entscheidung» der Titel deines Buches, in dem es um die Gefühle geht, die eine Entscheidung beeinflussen und wie der Verstand, die Erfahrung und auch eine kleine Portion Mut zum Erfolg führen können. Ich sage immer: Entscheidend ist die Entscheidung. Welche Empfehlung hast du gerade auch für jüngere Spieler, aber auch Profi-Sportler, Manager und Führungskräfte, wenn du mit deinem jetzigen Erfahrungswissen und Kenntnisstand einige Jahre zurückblickst?

Urs Meier: Ich glaube schon, dass man investieren soll und auch Entscheidungen treffen soll. Vor allem wenn man etwas Erfahrung hat und von Menschen umgeben ist, denen man vertrauen kann und die ehrlich sind. Es muss für einen selbst stimmen. Wenn das Herz und der Kopf «ja» sagen, dann sag «ja». Was will man da lange warten und zögern. Es ist wie an der Börse, wo immer alle am tiefsten Punkt kaufen und am höchsten Punkt verkaufen wollen, das kann schlichtweg niemand, das geht nicht. Es gibt den perfekten Moment nicht und daher sollte man, wenn es passt, Entscheidungen treffen.

Marcel Keller: Das ist richtig, jeder will günstig kaufen und teuer verkaufen. Du hast auch gesagt «Wenn Bauch und Kopf zueinander passen», aber oftmals ist es ja so, dass rational, also von den Zahlen her, alles passt, aber der Bauch bzw. das Herz trotzdem nicht zustimmt. Du als Schiedsrichter und Entscheidungsprofi im Sekundentakt, gib uns eine Entscheidungsunterstützung dazu, wie man in solchen Fällen aktiv und auch professionell vorgehen kann.

Urs Meier: Die Problematik ist, dass der Kopf immer nur eine Sache nach der anderen abarbeiten kann. Entscheidungen sind jedoch oft mehrlagig und es kommen verschiedene Faktoren zusammen. Auch im Strassenverkehr ist es so, dass wenn 2-3 Situationen gleichzeitig aufeinandertreffen, der Kopf das nicht mehr verarbeiten kann. In solchen Momenten sagt einem das Gefühl, was das richtige ist. Und dann kommt immer wieder das Problem zutage, dass man den Gefühlen oft nicht vertraut. Und natürlich kann man den Gefühlen nicht vertrauen, wenn man keine Erfahrung hat. Es braucht schon eine gewisse Erfahrung, aber je länger man schon Auto fährt, desto eher sollte man sich auf seine Gefühle verlassen und dasselbe gilt auch für das Geschäftsleben und den Sport. Ich habe einmal mit einem Hirnforscher zusammen mehrere Vorträge gemacht und er hat immer wieder gesagt, dass der beste Entscheid derjenige ist, bei dem man noch einen Abend lang überlegt, darüber schläft und am nächsten Morgen dann aber eine Entscheidung trifft. Also nicht noch länger aufschieben, sondern am nächsten Morgen wird entschieden. Da reduziert man von 3-4 Möglichkeiten auf 1-2 Möglichkeiten und am nächsten Tag sagt man, welche passt. Das seien die besten Entscheidungen. Auf dem Fussballfeld konnte ich natürlich nicht noch einen Abend lang darüber nachdenken, doch da war ich bereit und je länger meine Karriere dauerte, desto mehr habe ich auf meinen Bauch gehört. Und das waren immer gute Entscheidungen, mein Bauch hat mir nie eine Fehlentscheidung mitgeteilt. Die Entscheidungen, die ich aus dem Bauch heraus getroffen haben, waren zu 100% richtig. 

Marcel Keller: Es ist schön, wenn man das sagen kann. Aus dem Bauch und instinktiv und wie der Hirnforscher es auch sagt, noch eine Nacht drüber schlafen, aber dann eine definitive Entscheidung am nächsten Morgen. Da kann ich 100%ig zustimmen, das unterschreibe ich und gehe in der Beratung auch fokussiert darauf ein. 

Nun die finale Frage an dich: Was machst du aktuell und vor allem warum hast du dich gezielt dafür entschieden, auch zum Thema wohnen in Marbella, Spanien?

Urs Meier: Auch da war es letztendlich der Bauch. Es gibt ganz viele Menschen, die sagen, sie möchten irgendwann mal am Meer leben. Aber wie viele von denen machen es dann am Ende? Ich sage immer: Machen! Ich habe meine jetzige Frau damals gefragt, was sie in ihrem Leben mal machen möchte und sie antwortete auch, dass sie einmal am Meer leben möchte. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich das auch möchte und da war eigentlich der Entscheid bereits gefallen. Und am Ende sind wir einfach losgefahren, ohne genau zu wissen wohin. Spanien war gegeben, doch wo in Spanien hatten wir keine Ahnung. Wir haben uns dann Barcelona mal drei Tage lang angeschaut, dann sind wir weiter nach Valencia gefahren usw. Am Ende sind wir nach Marbella gefahren, weil sie das wollte, denn ich war anfänglich dagegen. Es hat dann die ersten drei Tage lang geregnet und ich meinte schon «was wollen wir eigentlich hier», doch nach drei Tagen stand ich auf dem Balkon, konnte Afrika, Gibraltar sehen, hab die Berge gesehen und da war klar, hier bleiben wir. Nun sind wir bereits seit acht Jahren hier, sind glücklich, die Mentalität kommt uns sehr entgegen und ist sehr multi-kulturell hier. Es hat Araber, es hat Afrikaner, es hat Europäer und Menschen aus der ganzen Welt. Meine Tochter hat die internationale Schule besucht und bei 22 Schülern waren 14 Nationen vertreten und das gefällt mir. Es ist bunt, es ist farbig, es ist laut, es hat Musik, es ist einfach toll.

Marcel Keller: Und es gibt gute Golfplätze, kurzum: Du bist angekommen. 

Urs Meier: Ich glaube ja, wobei ich nicht weiss, ob ich in 30-40 Jahren immer noch hier lebe. Vielleicht ändert sich ja auch etwas. Während der Corona-Krise war es natürlich schon auch so, dass durch die Härte, mit der die spanische Regierung diesen Lockdown durchgezogen hat, wo das Militär aufgeboten wurde und man wirklich über mehrere Wochen das Haus nicht mehr verlassen durfte, ich mich nicht wohl gefühlt habe. Wenn es zur Gewohnheit werden sollte, die Bewegungsfreiheit dermassen einzuschränken, dann müsste ich woanders hingehen, egal in welchem Land ich wäre. 

Marcel Keller: Ja, das ist natürlich schon Geschmacksache. Ich von meiner Seite her kann sagen, dass mir das Interview mit dir sehr geschmeckt hat. Herzlichen dank für die sehr sympathische, offene und ehrliche Art. Wir hoffen beide, dass es die Zuhörer inspiriert und sie das eine oder andere mitnehmen können, von Wertedefinition, über die Persönlichkeiten, rüber zum Unternehmertum. Herzlichen Dank! 

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